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Near a Black Hole and Disk (Image Credits: NASA's GSFC, J. Schnittman & B. Powell; Text: Francis Reddy (U. Maryland, NASA's GSFC - Credits for the Author of lyrical prose: Dr. Paolo C. Fienga)
Was ist, wenn

(Fr einige ist Gerechtigkeit die Wahrheit, whrend andere glauben, dass Gerechtigkeit Rache bedeutet.
Da ich nun die Wahrheit kenne und Gerechtigkeit will, werde ich nach Rache streben.
Und Rache soll mein sein)



Als ich ein Kind war, brachte mir mein Vater vor langer Zeit bei, den Himmel zu beobachten und die Namen der Sterne und Sternbilder zu lernen. 
Er lehrte mich, das Unendliche ber uns zu lieben und mir viele Fragen zu stellen.
Ich musste das tun, obwohl ich wissen musste, dass ich nie eine Antwort bekommen htte. 
Aber ich sollte zuschauen, lernen und meditieren. 
Egal, was das Ergebnis all dieser Bemhungen gewesen sein mag.

Jetzt, nachdem viele Jahre vergangen sind, mache ich immer noch das Gleiche.
Wenn ich mich nachts in mein Bett lege, sehe ich die Sterne, verloren in einer nie endenden Dunkelheit.

Wenn ich im Morgengrauen aufwache und mich umschaue und sehe, was ich tun soll, sehe ich nur Leere. Banalitten. Elend. Wahnsinnige Streitigkeiten, die ihren Ursprung in unserer unfassbaren Ignoranz und Dummheit haben. Ich hre albernes Geschwtz, Dialoge voller Gemeinpltze, leerer Versprechungen und offensichtlichen Unsinn.

Dann frage ich mich jeden Tag, was die Welt eigentlich antreibt, und ich verstehe, dass unsere Welt nicht von Glauben, Energie, Schnheit, Liebe oder Empathie und Mitleid angetrieben wird.

Unsere Welt basiert auf Lgen.

Die gleichen Lgen, die dazu fhren, dass wir ein elendes Leben fhren, auf der verzweifelten Suche nach dem, was unserer Meinung nach gut fr uns ist.
Wir glauben, dass alles gut gehen wird und wir am Ende unsere wohlverdiente Belohnung erhalten.
Wir werden schnell, przise, pnktlich, rechtmig und nachsichtig sein.
Dies alles wurde uns beigebracht, was wir zum berleben brauchten und ntzlich waren.
Deshalb glauben wir auch, dass alles, was wir studiert und gelernt haben, die Wahrheit ist.

Und die Wahrheit wird uns frei machen.

Wir glauben an ein endloses Universum, das wie eine Uhr funktioniert. Nur, dass diese Uhr ewig ist. Unvernderlich. Fest.
 
Wir glauben, dass das Universum nicht vollstndig erklrt werden muss, weil es sich allein dadurch erklrt, dass es existiert und wir es sehen knnen.
Zumindest ein kleiner Teil davon.
Die Bcher erklren dies auf viele Arten. Und diese Erklrungen sind die Wahrheit.
Eine Wahrheit, die uns lebenswert macht.

Aber

Was wre, wenn unsere Lehrer uns belgen wrden?
Und das Gleiche taten unsere Lieben, als sie sagten, dass sie uns liebten?
Mssen wir an die Liebe glauben, nur weil Liebe etwas Ewiges und Endloses ist?
Mssen wir glauben, dass Liebe etwas ist, das alle unsere Hoffnungen, Illusionen, Enttuschungen, Fehler und Fehlverhalten erklren kann?

Was wre, wenn unser Motor, den wir Liebe genannt haben, einfach etwas zutiefst Falsches und Nichtexistentes wre?
Und wenn es wirklich existiert, ist es einfach in seinen Grundlagen falsch und funktioniert tatschlich nicht richtig, indem es uns dazu drngt, Dinge zu tun und an sie zu glauben, die uns nicht wirklich am Herzen liegen und an die wir nicht wirklich glauben?
Was wre, wenn alle unsere Trume, Opfer und guten Taten nur Illusionen wren, die auf einem tiefgreifenden Missverstndnis beruhen?
Eine Fehleinschtzung der Realitt?

Was wre, wenn wir alle von der Liebe in die Irre gefhrt werden, weil die Liebe einfach nicht existiert und wenn sie existiert, dann etwas ist, wovon wir nachts nur trumen, wenn die Decke unserer tiefsten Wahrheiten verschwindet und wir so von der kranken und nackten Realitt umgeben sind? 
Die Realitt, dass wir ganz allein sind, ewig verloren in einem Universum, das nur in unseren Gedanken lebt?
In unseren unerreichbaren Trumen?
In unserem falschen und schwindenden Mitleid und Mitgefhl?
Vielleicht in unserem leeren und opportunistischen Glauben?

Was wre, wenn die Wahrheit darin bestnde, dass es berhaupt keine Wahrheit gibt?
Was wre, wenn wir alle unerwnschten Shne einer viel zu anspruchsvollen Mutter und eines schelmischen Vaters wren?
Was wre, wenn nichts wirklich real wre oder zumindest nicht so real wre, wie wir dachten?

Deshalb brauchen wir Lgen.

Wir brauchen sie, um unsere Missetaten und die immer noch ungestrafte intellektuelle Arroganz zu rechtfertigen.

Aber vor allem brauchen wir Lgen, um unsere eigene erbrmliche Existenz zu rechtfertigen, die keinen anderen und weiteren Sinn hat, als andere ihres guten Rechts zu berauben, zu glauben, dass wir zutiefst falsch lagen.
Wir brauchen Lgen, um unsere mangelnde Fhigkeit zu erklren, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, zum Beispiel als nichts.

Das Universum ist leer.
Wie das Paradies und die Hlle: Sie sind alle leer.
So wie wir.
Und jetzt, in meinem hohen Alter, und jetzt, wo alle meine Trnen vergossen und ausgetrocknet sind und jetzt, wo all die Schmerzen, die mein Fleisch geerbt hat, gekommen und gegangen sind, kann ich endlich meine Augen ffnen und mich umschauen.
Aber es gibt nichts zu sehen.
Nichts, wofr es sich zu leben oder zu kmpfen lohnt.
Niemand mehr, den man hassen und lieben kann.

Ich bin allein, in diesem endlosen Nichts, das dieses ganze und nichtexistierende Universum umhllt.
Ich bin allein.
Das Universum existiert nicht.
Und wenn es jemals existierte, ist es jetzt verstorben.
Und das tat ich auch.

Amen.

Parole chiave: Fantasy

Near a Black Hole and Disk (Image Credits: NASA's GSFC, J. Schnittman & B. Powell; Text: Francis Reddy (U. Maryland, NASA's GSFC - Credits for the Author of lyrical prose: Dr. Paolo C. Fienga)

Was ist, wenn

(Fr einige ist Gerechtigkeit die Wahrheit, whrend andere glauben, dass Gerechtigkeit Rache bedeutet.
Da ich nun die Wahrheit kenne und Gerechtigkeit will, werde ich nach Rache streben.
Und Rache soll mein sein)



Als ich ein Kind war, brachte mir mein Vater vor langer Zeit bei, den Himmel zu beobachten und die Namen der Sterne und Sternbilder zu lernen.
Er lehrte mich, das Unendliche ber uns zu lieben und mir viele Fragen zu stellen.
Ich musste das tun, obwohl ich wissen musste, dass ich nie eine Antwort bekommen htte.
Aber ich sollte zuschauen, lernen und meditieren.
Egal, was das Ergebnis all dieser Bemhungen gewesen sein mag.

Jetzt, nachdem viele Jahre vergangen sind, mache ich immer noch das Gleiche.
Wenn ich mich nachts in mein Bett lege, sehe ich die Sterne, verloren in einer nie endenden Dunkelheit.

Wenn ich im Morgengrauen aufwache und mich umschaue und sehe, was ich tun soll, sehe ich nur Leere. Banalitten. Elend. Wahnsinnige Streitigkeiten, die ihren Ursprung in unserer unfassbaren Ignoranz und Dummheit haben. Ich hre albernes Geschwtz, Dialoge voller Gemeinpltze, leerer Versprechungen und offensichtlichen Unsinn.

Dann frage ich mich jeden Tag, was die Welt eigentlich antreibt, und ich verstehe, dass unsere Welt nicht von Glauben, Energie, Schnheit, Liebe oder Empathie und Mitleid angetrieben wird.

Unsere Welt basiert auf Lgen.

Die gleichen Lgen, die dazu fhren, dass wir ein elendes Leben fhren, auf der verzweifelten Suche nach dem, was unserer Meinung nach gut fr uns ist.
Wir glauben, dass alles gut gehen wird und wir am Ende unsere wohlverdiente Belohnung erhalten.
Wir werden schnell, przise, pnktlich, rechtmig und nachsichtig sein.
Dies alles wurde uns beigebracht, was wir zum berleben brauchten und ntzlich waren.
Deshalb glauben wir auch, dass alles, was wir studiert und gelernt haben, die Wahrheit ist.

Und die Wahrheit wird uns frei machen.

Wir glauben an ein endloses Universum, das wie eine Uhr funktioniert. Nur, dass diese Uhr ewig ist. Unvernderlich. Fest.

Wir glauben, dass das Universum nicht vollstndig erklrt werden muss, weil es sich allein dadurch erklrt, dass es existiert und wir es sehen knnen.
Zumindest ein kleiner Teil davon.
Die Bcher erklren dies auf viele Arten. Und diese Erklrungen sind die Wahrheit.
Eine Wahrheit, die uns lebenswert macht.

Aber

Was wre, wenn unsere Lehrer uns belgen wrden?
Und das Gleiche taten unsere Lieben, als sie sagten, dass sie uns liebten?
Mssen wir an die Liebe glauben, nur weil Liebe etwas Ewiges und Endloses ist?
Mssen wir glauben, dass Liebe etwas ist, das alle unsere Hoffnungen, Illusionen, Enttuschungen, Fehler und Fehlverhalten erklren kann?

Was wre, wenn unser Motor, den wir Liebe genannt haben, einfach etwas zutiefst Falsches und Nichtexistentes wre?
Und wenn es wirklich existiert, ist es einfach in seinen Grundlagen falsch und funktioniert tatschlich nicht richtig, indem es uns dazu drngt, Dinge zu tun und an sie zu glauben, die uns nicht wirklich am Herzen liegen und an die wir nicht wirklich glauben?
Was wre, wenn alle unsere Trume, Opfer und guten Taten nur Illusionen wren, die auf einem tiefgreifenden Missverstndnis beruhen?
Eine Fehleinschtzung der Realitt?

Was wre, wenn wir alle von der Liebe in die Irre gefhrt werden, weil die Liebe einfach nicht existiert und wenn sie existiert, dann etwas ist, wovon wir nachts nur trumen, wenn die Decke unserer tiefsten Wahrheiten verschwindet und wir so von der kranken und nackten Realitt umgeben sind?
Die Realitt, dass wir ganz allein sind, ewig verloren in einem Universum, das nur in unseren Gedanken lebt?
In unseren unerreichbaren Trumen?
In unserem falschen und schwindenden Mitleid und Mitgefhl?
Vielleicht in unserem leeren und opportunistischen Glauben?

Was wre, wenn die Wahrheit darin bestnde, dass es berhaupt keine Wahrheit gibt?
Was wre, wenn wir alle unerwnschten Shne einer viel zu anspruchsvollen Mutter und eines schelmischen Vaters wren?
Was wre, wenn nichts wirklich real wre oder zumindest nicht so real wre, wie wir dachten?

Deshalb brauchen wir Lgen.

Wir brauchen sie, um unsere Missetaten und die immer noch ungestrafte intellektuelle Arroganz zu rechtfertigen.

Aber vor allem brauchen wir Lgen, um unsere eigene erbrmliche Existenz zu rechtfertigen, die keinen anderen und weiteren Sinn hat, als andere ihres guten Rechts zu berauben, zu glauben, dass wir zutiefst falsch lagen.
Wir brauchen Lgen, um unsere mangelnde Fhigkeit zu erklren, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, zum Beispiel als nichts.

Das Universum ist leer.
Wie das Paradies und die Hlle: Sie sind alle leer.
So wie wir.
Und jetzt, in meinem hohen Alter, und jetzt, wo alle meine Trnen vergossen und ausgetrocknet sind und jetzt, wo all die Schmerzen, die mein Fleisch geerbt hat, gekommen und gegangen sind, kann ich endlich meine Augen ffnen und mich umschauen.
Aber es gibt nichts zu sehen.
Nichts, wofr es sich zu leben oder zu kmpfen lohnt.
Niemand mehr, den man hassen und lieben kann.

Ich bin allein, in diesem endlosen Nichts, das dieses ganze und nichtexistierende Universum umhllt.
Ich bin allein.
Das Universum existiert nicht.
Und wenn es jemals existierte, ist es jetzt verstorben.
Und das tat ich auch.

Amen.

Dyson_Sphere_-_00_jpg.jpeg Voyager_1A.jpg BlackHoleViz_Schnittman_1080_annotated.jpg AuroraTree_Wallace_960.jpg Equinox_at_the_Pyramid_of_the_Feathered_Serpent.jpg
Informazioni sul file
Nome del file:BlackHoleViz_Schnittman_1080_annotated.jpg
Nome album:MareKromium / The Universe Inside
Valutazione (4 voti):55555(Mostra dettagli)
Parole chiave:Fantasy
Copyright:NASA's GSFC, J. Schnittman & B. Powell; Text: Francis Reddy (U. Maryland, NASA's GSFC) - Poem/Lyrical Prose by Paolo C. Fienga
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Data di inserimento:Apr 14, 2026
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